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Montag, 18. Mai 2026

Stadtspaziergänge in Lichtenberg: Hohenschönhausen: Margarete Rossignol versteckte Verfolgte am Stadtrand

An wen wollen wir erinnern?
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Antisemitismus und öffentliches Gedenken
Stadtspaziergänge in Lichtenberg im Mai 2026

Es waren nicht viele Menschen, die sich gegen das NS-Regime stellten oder Verfolgte unterstützten. Dennoch gab es einen ungebrochenen und vielfältigen Widerstand in Berlin.
Etwa ein Drittel der Widerständigen waren Frauen unterschiedlicher Sozialisation und Weltanschauung. Ihre Aktivitäten waren breit und vielfältig: illegale Flugschriften herstellen und verbreiten, geheime Informationen und Material weitergeben, Verfolgte und deren Angehörige unterstützen.
Welche Geschichten von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus gibt es in Lichtenberg? In drei Stadtspaziergängen in Rummelsburg, Karlshorst und Hohenschönhausen wollen wir mehr über widerständige Frauen im Nationalsozialismus erfahren und uns mit den Fragen beschäftigen: An wen wollen wir erinnern? Wer soll öffentlich geehrt werden? Wie soll dies geschehen?

Ehrungen im öffentlichen Raum finden meist durch Benennungen von Straßen und Plätzen statt. Manch ein Straßenname wird heute aber kritisch gesehen.
Das zeigt sich auch in dem 2021 erschienenen Dossier „Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen in Berlin“, das vom Antisemitismusbeauftragten Berlins in Auftrag gegeben wurde.
Einige Straßen sind zudem doppelt benannt und das paritätische Verhältnis von männlichen und weiblichen durch Straßennamen Geehrten liegt in Lichtenberg noch bei 5:1. Im Bezirk Lichtenberg gibt es hierzu einen vielfältigen zivilgesellschaftlichen und politischen Diskurs.
Mit den Stadtspaziergängen möchten wir zum gemeinsamen Austausch zu diesen Themen einladen.

Montag, 18.05.26, 18:00
Hohenschönhausen: Margarete Rossignol versteckte Verfolgte am Stadtrand

In der Weimarer Republik war Hohenschönhausen überwiegend linkspolitisch geprägt, doch auch die NSDAP konnte bereits in der Weimarer Zeit erste Wahlerfolge in Hohenschönhausen verbuchen. Der Stadtteil war bis in die 1970er Jahre dörflich geprägt, die für den Ortsteil heute charakteristischen Plattenbauten entstanden ab Anfang der 1970er Jahre. Neben Einfamilienhäusern prägten viele Kleingartenanlagen, insbesondere am heutigen Standort des in den 50ern errichteten Sportforums, das Stadtbild. Trotz der Lage am Rande der Stadt Berlin gab es auch in Hohenschönhausen Widerstand gegen den Nationalsozialismus, auch von Frauen. So lebte die Widerstandskämpferin Margarete Rossignol mit ihrem Mann in der Strausberger Straße. Mehrfach diente ihre Wohnung als geheimer Treffpunkt. Auch mehrere Verstecke für Jüdinnen und Juden befanden sich in Hohenschönhausen. bzw. in der Nähe. Darunter z.B. das Versteck von Hans Rosenthal in der Gartenkolonie Dreieinigkeit. In derselben Kolonie waren auch Gerda und Erna Segal versteckt.

Referentin: Trille Schünke-Bettinger (freie Bildungsreferentin an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand & im Netzwerk Frauentouren)
Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder 030 505 665 18.

Der Treff- und Endpunkt wird nach Anmeldung mitgeteilt.
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Informationen zur Barrierefreiheit:
Die Strecke ist barrierearm und beträgt ca. 2 km.

Infos zu Frauen, die in Lichtenberg im Widerstand gegen den Nationalsozialismus waren, finden sich hier und in den Bildungsmaterialien „An wen wollen wir erinnern?“
Die Stadtspaziergänge sind Teil der Reihe „Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg“, einem Projekt des Runden Tisches für Politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume) und Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren). Sie sind Teil der 4. Queeren Aktionswoche in Lichtenberg und des Lichtenberger Aktionsmonats „Ge(h)meinsam unterwegs im Mai“.

 

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